Für richtiges Deutsch1234

Unsere Sprache verkümmert immer mehr in Wort und Schrift. Nicht korrekte Rechtschreibung und Interpunktion sind fast noch harmlose Varianten. Da kamen vor einiger Zeit ein Bastian Sick (Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod) und ein Wolf Schneider (Deutsch!) gerade richtig, um auf Fehler aufmerksam zu machen, die uns täglich »um die Ohren gehauen werden«. Ich möchte nicht den Oberlehrer spielen. Ich möchte keine Dialekte mit ihren gewachsenen Eigenheiten angreifen. Auch habe ich Verständnis für so nicht gewollte Schreibfehler. Versprecher in Radio und TV beruhen oft auf mit zu wenig Überlegung und zu schnell herausgebrachten Sätzen. Auch das kann ich verzeihen, zumal man in diesem Fall über viele Kuriositäten lachen kann. Aber wenn Worte, schon unbewusst, immer wieder falsch eingesetzt werden, kann ich das so nicht unwidersprochen hinnehmen. Ich möchte hier in kurzer Form Beispiele nennen, täglich zu hören, auch bei TV- und Radiosendern, von denen man glaubt, deren Redakteure und Moderatoren könnten unsere Sprache richtig interpretieren und aussprechen.

Zeitgleich/gleichzeitig

Ein Wort, das immer wieder falsch eingesetzt wird: zeitgleich! Herr Hansen fuhr mit seinem Auto zur Inspektion, zeitgleich erledigte seine Frau Gartenarbeiten. Falsch! Richtig muss es heißen: Herr Hansen fuhr mit seinem Auto zur Inspektion, gleichzeitig erledigte seine Frau Gartenarbeiten. Zeitgleich ist etwas, das in exakt der gleichen Zeit passiert. Zum Beispiel zwei Hundert-Meter-Läufer, die beide 10 Sekunden für ihren Lauf benötigten, sind zeitgleich gelaufen, wobei sie in diesem Fall nicht einmal zur gleichen Zeit (also gleichzeitig) gelaufen sein mussten.

Scheinbar/anscheinend

Eine weitere Verwechslung, häufig im Einsatz: scheinbar – anscheinend. Meist hört man das Wort
scheinbar, gemeint aber ist in den meisten Fällen anscheinend. Herr Hansen kam heute nicht zum Dienst, scheinbar ist er krank. Dieser Satz ist so (vermutlich) falsch. Richtig müsste es heißen: Herr Hansen kam heute nicht zum Dienst, anscheinend ist er krank. »Scheinbar« bedeutet hier, es scheint, als wäre Herr Hansen krank, er ist es aber nicht. Da er wahrscheinlich (anscheinend) wirklich krank ist, muss es hier »anscheinend« heißen.

Winken/winkte/gewinkt

Ein Wort, das es (eigentlich) nicht gab, aber immer wieder, speziell bei Sportveranstaltungen, zum Einsatz kommt: Der Linienrichter hat Abseits gewunken. Es musste aber heißen: Der Linienrichter hat Abseits
gewinkt. Winken wird konjugiert: winken – winkte – gewinkt. Inzwischen hat auch »gewunken«, zusätzlich zu gewinkt, im Duden Platz gefunden. So verhält es sich auch mit »Sie ist ihm wohlgesonnen«. Richtig ist: »Sie ist im wohlgesinnt«.

Preiswert/billig

Oft wird das Wort preiswert für billig eingesetzt. Was heißt denn preiswert? Es bedeutet nichts anderes, als dass etwas diesen Preis wert ist. Kostet es weniger, ist es billig (oder günstig), nicht aber preiswert oder sogar preiswerter. Teuer ist etwas, was mehr kostet, als es wert ist.
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